DSGVO-konforme Linktree Alternative (kostenfrei)

Linktree Alternative
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In diesem Beitrag erfährst du, welche kostenfreie und DSGVO-konforme Linktree Alternative es gibt und wie du diese ganz einfach selber umsetzen kannst.

Einleitend betrachten wir jedoch das Problem, bzw. den Grund dafür, warum es Anbieter wie Linktree überhaupt gibt. Im Anschluss erkläre ich dir, warum der Anbieter aus DSGVO-Sicht als kritisch zu betrachten ist.

Im Hauptteil dieses Artikels erfährst du, wie du ohne zusätzlichen Passus in der Datenschutzerklärung eine Alternative nutzen kannst und dabei sogar langfristig Geld sparst. Abschließend nenne ich dir weitere Vorteile, die eine Alternative zu Linktree mit sich bringt.

Über Linktree

Um die Problematik zu verstehen gibt es einleitend ein paar Worte über den Anbieter. Bist du damit bereits vertraut? Dann lies hier weiter.

Was ist Linktree (Linktr.ee)?

“Unbegrenze Bio-Links” Das ist ein Claim des App-Anbieters. Womit wir auch bereits mitten im Thema wären. Linktree ist ein Tool, mit dem du die 1 Link-Regel in Instagram und Co. umgehen kannst. Über die browserbasierte Software kannst du eine Landingpage erstellen, auf der du wiederum mehrere Seiten, wie eine Contentpage, eine Shopkategorie, deinen Blog oder das Impressum, verlinken kannst.

Welches Problem versucht Linktree damit zu lösen?

Warum gibt es Linktree?

Bist du einmal in der Instagram-App unterwegs, möchte Meta auch, dass du dort bleibst. In den Einstellungen des Instagram Profils gibt es zwar die Möglichkeit einen Link zu deiner Webseite zu hinterlegen, aber eben nur einen Link. Damit werden die Ausstiegsmöglichkeiten auf einen Link reduziert und der Anteil derer, die die App verlassen, möglichst klein gehalten.

Seit geraumer Zeit öffnet sich beim Klicken auf den Link sogar ein in-App-Browser. Verlässt der User die besuchte Website, landet er direkt wieder in der Instagram-App.

Nun stellt sich bei einem Link die Frage, welche Seite ich verlinke: etwa nur die Startseite? Tausche ich als Shopbetreiber den Link bei Aktionen auf eine bestimmte Kategorieseite? Und gibt es nicht auch eine Impressumspflicht in den sozialen Netzwerken (bei Firmenprofilen)?

Genau diese Problematik hat sich Linktree zunutze gemacht.

Wie funktioniert Linktree?

Mit Linktree kannst du dir ohne Design und Programmierkenntnisse eine Landingpage erstellen, auf der du mehrere Links zeigst. Ein Stamm (Link) fächert sich auf, in mehrere Äste (Links). Daher kommt die Namensgebung. Du kannst einzelne Links optisch hervorheben und Tracking Möglichkeiten sind ebenfalls integriert. Du siehst also, welcher Link, wie gut angenommen wird.

Etwas klingt zu schön, um wahr zu sein? Dann ist das in den meisten leider auch so!

Warum ist Linktree aus DSGVO-Sicht kritisch?

Vorweg sei gesagt, dass ich kein Anwalt oder Experte in dem Bereich Datenschutz-Recht bin. Ich arbeite als Webdesigner und kann lediglich Best-Practices Beispiele aufzeigen und dir das empfehlen, was ich meinen Kunden rate und wie ich es selbst löse.

Linktree ist ein Anbieter aus den USA. Die Server stehen ebenfalls in den USA, bzw. nicht in Deutschland – und das ist wichtig.

Wenn es SaaS-Companies gibt, die Tracking Möglichkeiten anbieten, schauen wir, spätestens seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung, mit kritischem Blick auf den Serverstandort.

Fakt ist: Bei Linktree (New York, USA) verlassen die Daten der User das Land (Deutschland) und werden auf den Servern des Anbieters gespeichert.

Nutze ich Linktree, muss ich dies in meiner Datenschutzerklärung unbedingt aufnehmen. Durch einen fehlenden Cookiehinweis kann der Nutzer jedoch die Weitergabe seiner Daten weder verneinen noch bewilligen. Dies ist so nicht DSGVO-konform. Du möchtest Linktree trotzdem nutzen? Dann kann ich nur empfehlen, sich anwaltlich beraten zu lassen.

Was aus meiner Sicht noch gegen Linktree spricht:

Aus meiner Sicht sprechen neben der DSGVO-Thematik aus dem vorherigen Absatz noch weitere Punkte gegen die Nutzung des Anbieters. Lies dir diese unbedingt durch bevor du damit beginnst, Linktree sauber einbinden zu wollen und an dieser Stelle Geld für einen Anwalt zu verschwenden.

Nachteile bei der Nutzung von Linktree:

  • Drittanbieter: Du machst dich abhängig
  • Willst du Linktree vollumfänglich nutzen, kostet das Tool. Diese monatlichen Kleckerbeträge für schnelle Lösungen, sind in Summe oftmals ein großer, dauerhafter Kostentreiber
  • Du generierst Traffic auf einer anderen Seite: Warum schickst du User von deinem Profil auf eine andere Website?
  • Du riskierst Abmahnungen. Und nochmals, weil es so wichtig ist: Linktree ist ohne Anpassungen nicht DSGVO-konform

Diese Nachteile werfen die Frage nach einer Alternative auf. Und damit meine ich keine andere Software, sondern eine echte DSGVO-konforme und kostenfreie alternative Lösung.

Die Alternative zu Linktree: Eine Social-Page

Zugegeben, die Idee hinter Linktree ist genial. Doch braucht es für eine Landingpage mit mehreren Links tatsächlich ein kostenpflichtiges Drittanbieter-Tool? Meine Antwort darauf lautet „nein“.

Wenn du deinen Abonnenten mehrere Links zeigen möchtest, gehe ich davon aus, dass du eine Webseite hast. Dann erstelle doch einfach eine weitere Unterseite und ordne dort Schaltflächen an, die auf die Bereiche deiner Website zeigen.

Ich empfehle meinen Kunden, eine solche Landingpage ganz einfach selber zu bauen (oder bauen zu lassen). Diese Art der Landingpage nenne ich Social-Page.

Wie das genau funktionieren kann, ist natürlich abhängig von deinem Content-Management-System (CMS) oder deinem Baukasten, in den meisten Fällen sollte dies aber problemlos möglich sein.

Wenn du an dieser Stelle nicht weiter kommst, kontaktiere deinen Webdesigner oder schreibe mir eine kurze Nachricht.

Tipps für deine Social-Page

Hier findest du einige Stichpunkte, die dir bei den Überlegungen zu deiner eigenen Social-Page helfen können:

  • Konzentriere dich auf das Wesentliche: Blende den Header- und Footer Bereich aus. Deine Social-Page ist die Navigation, auf die der User sich konzentrieren soll.
  • Platziere dein Logo oben in der Mitte. Das dient der Orientierung und der User versteht, wo er sich befindet.
  • Da du weißt, woher die Besucher kommen (Instagram und Co.), weißt du, welches Device sie nutzen. Gestalte die Seite also für Smartphones. Ordne Buttons untereinander an. Ziehe die Buttons möglichst über die gesamte Breite. So ist es für die Besucher einfacher, das gewünschte Feld anzuklicken.
  • Über die Anordnung der Buttons und farbliche Gestaltung kannst du Aktionen oder aktuelle Themen hervorheben (mach es nur nicht zu bunt).
  • Die Seite sollte auf dem Smartphone nicht scrollbar sein. Nutze den Platz effektiv aus. Alle Buttons sollten jedoch above the fold angezeigt werden.
  • Denke unbedingt an das Impressum. Dieses muss auf jeden Fall auf der Social-Page verlinkt sein. Generell kannst du dir merken: Das Impressum muss immer mit höchstens 2 Klicks erreichbar sein.

Analyse und Tracking

Auch bei deiner eigenen Social-Page ist es möglich, die Linkklicks auszuwerten. Nutzt du Tools zur Website-Analyse, wie Matomo oder Etracker, so lässt sich die Performance deiner Links, wie in Linktree, messen. Zwar ist es hier notwendig das Tracking einmal selber sauber aufzusetzen, jedoch hast du die volle Kontrolle darüber, was mit den erhobenen Daten passiert.

Social-Page: Deine Vorteile in der Übersicht

Hier findet du deine Vorteile zusammengefasst in der Übersicht:

✅ Traffic auf deiner Seite

Durch eine eigene Social-Page generierst du Traffic auf deiner eigenen Seite. Warum solltest du den ausgehenden Traffic von deinem Instagram-Account einem Drittanbieter schenken?

✅ Unabhängig, flexibel und erweiterbar

Deine Landingpage ist unabhängig. Es gibt keine ungefragten Updates und du kannst deine Linkliste beliebig oft anpassen und erweitern. Achte nur darauf, dass die Liste nicht zu lang wird.

✅ Geld sparen

Wenn du bereits eine Website hast und in der Lage bist, die Social-Page selbst zu erstellen, entstehen dir hier keine Kosten. Selbst wenn du die Arbeiten von einem Experten durchführen lässt, entstehen hier lediglich einmalige und keine laufenden Kosten, wie bei dem Abomodell.

Nachteile einer selbst erstellen Social-Page

Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass die Vorteile klar überwiegen, möchte ich die Nachteile einer selbst erstellten Social-Page nicht unterschlagen.

❌ Keine zentrale Verwaltung

Ein großer Vorteil bei Linktree ist das Dashboard. Hier können Links bearbeitet und Statistiken angezeigt werden. Das Design lässt sich ebenfalls mit wenigen Klicks verändern und anpassen. Dieses zentrale Dashboard gibt es bei der selbsterstellten Social-Page leider nicht.

❌ Zeitaufwand

Ein weiterer Nachteil ist der Zeitaufwand. Als Webseiten-, Shop- oder Blogbetreiber muss man sich ein wenig mit der Thematik befassen und Zeit investieren. Auch das Design der Social-Page kann mehrere Anläufe brauchen. Ich halte diese Zeit jedoch für ein sinnvolles Investment.

Zusammenfassung

Ich finde die Idee hinter Linktree großatig und sinnvoll. Auch die Umsetzung ist fehlerfrei und das Dashboard ist sehr intuitiv bedienbar. Dennoch gehört das Tool für mich in die Kategorie „braucht man nicht” Es gibt eine Reihe an kostenpflichtiger Software, die im Abomodell abgerechnet wird. Bei solchen Modellen sollte man sich immer fragen, ob das auch wirklich gerechtfertigt wäre und ab welchem Zeitpunkt sich eine einmalige Investition lohnen würde.

Endgültig vom Tisch ist Linktree für mich im Zuge der DSGVO. Für mich bleibt da eine selbsterstellte Social-Page die einzige echte Alternative.

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